Wissen · Website

Eine Website mit KI bauen ist einfach. Eine professionelle Website nicht.

Der erste Prompt ist heute erstaunlich stark. Professionell wird eine Website durch das, was danach geprüft, strukturiert und abgesichert wird.

Ein ausführlicher CONCRETE-Wissensbeitrag für alle, die ihre Website fundiert weiterentwickeln wollen.

Noch vor wenigen Jahren brauchte es für eine individuell entwickelte Website ziemlich früh einen Entwickler. Heute reicht oft ein guter Prompt, und nach kurzer Zeit steht etwas im Browser, das erstaunlich komplett aussieht: Navigation, Texte, Bilder, Animationen, responsive Layouts und vielleicht sogar ein Kontaktformular. Das ist keine Spielerei mehr. KI verändert gerade sehr konkret, wie Websites entwickelt werden. Auch wir nutzen sie bei CONCRETE. Sie unterstützt bei der Analyse bestehender Websites, bei Migrationen, bei der Entwicklung von Komponenten, beim Refactoring, bei Tests und Dokumentation. Trotzdem gibt es einen Punkt, an dem der beeindruckende erste Entwurf und eine professionelle Unternehmenswebsite auseinandergehen. Denn im Browser gut auszusehen ist nur ein Teil der Aufgabe. Eine Website muss veröffentlicht, gepflegt und weiterentwickelt werden. Sie verarbeitet möglicherweise Daten, verbindet sich mit anderen Systemen, soll bei Google gefunden werden, auf verschiedenen Geräten funktionieren und nach einem Jahr noch von jemand anderem verstanden werden können. Genau dort beginnt für uns die eigentliche Arbeit.

Der erste Entwurf ist heute nicht mehr das Problem

Das ist vielleicht die größte Veränderung durch KI. Eine Idee technisch sichtbar zu machen, ist erheblich einfacher geworden. Für erste Prototypen, kleine Projekte und das schnelle Ausprobieren einer Idee ist das fantastisch. Man kann Dinge testen, bevor viel Geld in Entwicklung geflossen ist. Auch professionelle Entwicklung profitiert davon. Wiederkehrende Aufgaben lassen sich beschleunigen, bestehende Strukturen schneller analysieren und Komponenten effizienter umsetzen. Der technische Prozess unseres Entwicklungspartners arbeitet deshalb ebenfalls mit KI-Unterstützung, aber innerhalb einer definierten Entwicklungsumgebung mit Versionsverwaltung und anschließender Prüfung. Die interessante Frage ist also längst nicht mehr: Kann KI eine Website bauen? Natürlich kann sie das. Die bessere Frage lautet: Was muss mit dieser Website passieren, bevor ein Unternehmen sie tatsächlich veröffentlichen sollte?

Was nach dem ersten Prompt noch fehlt

Der Gedanke dahinter: Der generierte Screen ist der Anfang. Diese Punkte entscheiden darüber, ob daraus eine belastbare Website wird.

Weiß die Website eigentlich, welchen Job sie erfüllen soll?

KI kann sehr schnell Seiten erzeugen. Sie kann aber nur mit der Grundlage arbeiten, die sie bekommt. Wenn nicht klar ist, wen die Website überzeugen soll, welche Leistungen für welche Zielgruppen relevant sind und welche Entscheidung ein Besucher treffen soll, entsteht sehr schnell eine Website, die professionell aussieht und trotzdem erstaunlich wenig sagt. Das ist übrigens kein neues KI-Problem. Auch klassische Website-Projekte können daran scheitern. KI macht nur viel einfacher sichtbar, wie schnell man eine Oberfläche produzieren kann, bevor die grundlegenden Fragen beantwortet sind. Deshalb beginnt eine gute Unternehmenswebsite weiterhin vor dem Design. Was muss ein potenzieller Kunde verstehen? Welche Fragen muss die Seite beantworten? Welche Inhalte sind für Recruiting relevant? Welche Seiten braucht Google, welche braucht der Vertrieb und welche braucht vielleicht niemand mehr? Genau deshalb trennen wir bei CONCRETE Website-Konzept und UI/UX von der anschließenden Umsetzung.

Funktioniert sie auch außerhalb des Screens, auf dem sie entstanden ist?

Ein Ergebnis kann auf einem Notebook hervorragend aussehen und auf einem Smartphone plötzlich nicht mehr. Navigationen müssen sich verändern, Texte umbrechen, Tabellen funktionieren, Buttons erreichbar bleiben und Formulare auch auf kleinen Bildschirmen bedienbar sein. Dazu kommen unterschiedliche Browser und Bildschirmgrößen. In unserem Entwicklungsprozess gehören deshalb Responsive- und Browser-Tests genauso dazu wie Build-, TypeScript- und Syntaxprüfungen. Erst danach wird veröffentlicht. Das klingt banal. Genau diese unsichtbaren Arbeiten machen aber einen erheblichen Teil professioneller Webentwicklung aus. Der Kunde sieht am Ende lediglich, dass alles funktioniert.

Wird die Website gefunden?

Eine Website kann technisch perfekt erreichbar sein und für Suchmaschinen trotzdem schlecht aufgebaut sein. Es geht dabei längst nicht nur um ein paar Keywords. Seiten brauchen eine nachvollziehbare Struktur, aussagekräftige Titel und Beschreibungen, saubere interne Verlinkung, kontrollierbare Indexierung und eine technische Grundlage, die Suchmaschinen zuverlässig lesen können. Bei einer bestehenden Website kommt noch etwas hinzu: Sichtbarkeit, die bereits aufgebaut wurde, darf bei einem technischen Wechsel nicht einfach vergessen werden. Deshalb erfassen wir bei Migrationen unter anderem bestehende URLs, Meta-Daten, Canonicals, strukturierte Daten, interne Links und die Sitemap. Wichtige URLs bleiben nach Möglichkeit bestehen; notwendige Änderungen werden weitergeleitet und nach dem Launch überprüft. Dass eine KI einen guten Seitentitel generieren kann, ist dabei hilfreich. Die Entscheidung, welche Seite welchen Suchbedarf bedienen soll und wie die gesamte Website zusammenspielt, bleibt trotzdem eine strukturelle Aufgabe.

Spätestens vor dem Launch muss geklärt werden, welche Daten eine Website tatsächlich verarbeitet und welche externen Dienste eingebunden sind. Formulare, Analytics, eingebettete Videos, Karten, Newsletter-Systeme und weitere externe Dienste können jeweils unterschiedliche technische und datenschutzrechtliche Fragen auslösen. Auch beim Thema Cookies ist die Lage differenzierter als „Website braucht Banner“: Die Datenschutzkonferenz weist ausdrücklich darauf hin, dass nicht jeder Cookie oder jedes Tracking automatisch eine Einwilligung voraussetzt. Entscheidend ist, welche Technik tatsächlich eingesetzt wird. Dazu kommen allgemeine Informationspflichten. § 5 DDG verlangt bei geschäftsmäßigen digitalen Diensten unter anderem bestimmte Angaben zum Anbieter und zur Kontaktmöglichkeit. Eine generierte Website kann ein Impressum als Seite anlegen. Damit ist noch nicht geprüft, ob die Angaben zum konkreten Unternehmen passen oder welche weiteren Anforderungen für das jeweilige Angebot gelten. Deshalb gehört vor Veröffentlichung immer ein Blick auf das tatsächliche Setup. Welche Dienste laufen? Wo werden Daten verarbeitet? Was wird schon beim ersten Seitenaufruf geladen? Welche Verträge oder Informationen werden gebraucht? Das ist deutlich weniger spektakulär als der erste KI-Prompt. Es ist aber Teil der Arbeit.

Offizielle Quellen: Datenschutzkonferenz · § 5 DDG

Barrierefreiheit sollte vor dem Launch geklärt werden

Auch hier lohnt sich eine genauere Betrachtung statt einer pauschalen Aussage. Seit dem 28. Juni 2025 gelten über das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für bestimmte Produkte und Dienstleistungen neue Anforderungen. Websites sind insbesondere dann betroffen, wenn darüber erfasste Dienstleistungen für Verbraucher angeboten werden, etwa Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr. Eine reine Präsentationswebsite fällt nach Einschätzung der Bundesfachstelle dagegen nicht allein deshalb unter das BFSG, weil sie online ist. Unabhängig von der konkreten gesetzlichen Pflicht sind viele Anforderungen schlicht gute Webentwicklung: ausreichende Kontraste, sinnvolle Überschriftenstrukturen, bedienbare Formulare, Tastaturnavigation und verständliche Alternativtexte helfen Menschen dabei, eine Website überhaupt benutzen zu können. Das muss im Design und in der technischen Umsetzung mitgedacht werden. Nachträglich jede einzelne Seite zu reparieren ist meist aufwendiger.

Offizielle Einordnung: Bundesfachstelle Barrierefreiheit

Was passiert, wenn etwas kaputtgeht?

Bei einer Website geht es nicht nur darum, dass der aktuelle Stand funktioniert. Man muss auch wissen, wie man zu einem vorherigen Stand zurückkommt. Deshalb ist Versionsverwaltung ein so wichtiger Unterschied zwischen einem schnellen Experiment und einem professionellen Entwicklungsprozess. Bei unseren Projekten wird der Quellcode über Git versioniert. Änderungen sind damit nachvollziehbar und können bei Problemen zurückgesetzt werden. Zum technischen Prozess gehören außerdem unter anderem die Trennung von Code und Zugangsdaten, Umgebungsvariablen für API-Schlüssel, rollenbasierte CMS-Zugänge, Backups und – abhängig vom Betriebsmodell – Monitoring und kontrollierte Updates. Das bedeutet nicht, dass jede Unternehmenswebsite ein Hochsicherheitsprojekt ist. Es bedeutet nur, dass „funktioniert gerade“ kein ausreichendes Betriebskonzept ist.

Wer kann die Website in zwei Jahren noch verändern?

Das ist eine der Fragen, die bei der Begeisterung über KI-generierten Code schnell vergessen wird. Wenn eine Website wächst, kommen später neue Anforderungen hinzu. Eine zusätzliche Sprache, ein Karrierebereich, eine Schnittstelle zum CRM, ein neuer Seitentyp oder eine Funktion, die beim ersten Launch noch niemand brauchte. Dann hilft es, wenn der Code strukturiert, versioniert und nachvollziehbar aufgebaut wurde. Unser technischer Ausgangspunkt arbeitet deshalb mit einem definierten Stack aus Next.js, React und TypeScript sowie komponentenbasierten Frontends und GitHub zur Versionsverwaltung. Ob KI Teile dieses Codes erstellt hat, ist für die spätere Weiterentwicklung zweitrangig. Relevant ist, ob ein Entwickler das Projekt verstehen und sauber daran weiterarbeiten kann. Das ist für uns ein wichtiger Maßstab: Eine Website sollte nicht davon abhängen, dass der Mensch, der den ersten Prompt geschrieben hat, für immer verfügbar bleibt.

Wem gehört am Ende eigentlich die Website?

Auch diese Frage sollte vor dem Launch beantwortet sein. Wo liegt der Code? Gibt es ein Repository? Kann das Unternehmen die Website bei Bedarf selbst hosten oder einen anderen Dienstleister beauftragen? Was passiert mit der Website, wenn ein laufender Servicevertrag endet? In unserem Modell liegt der Quellcode während der Entwicklung in einem GitHub-Repository. Die individuelle Website, ihre Inhalte und ihr projektspezifischer Aufbau gehören dem Kunden. Nach dem Launch kann die Website durch CONCRETE betrieben oder auf einer kundeneigenen Infrastruktur gehostet werden. Bei eingesetzten Plattformen und KI-Website-Tools können die Bedingungen anders aussehen. Genau deshalb sollte diese Frage nicht erst dann gestellt werden, wenn ein Dienstleister gewechselt werden soll.

Wie kommen neue Inhalte auf die Website?

Eine Website ist selten mit dem Launch fertig. Marketing möchte einen Case einstellen. HR veröffentlicht eine neue Stelle. Ein Mitarbeiterfoto muss geändert werden. Eine neue Leistung kommt hinzu. Wenn für jede dieser Aufgaben wieder in den Code eingegriffen werden muss, hat das Unternehmen zwar eine individuell entwickelte Website, im Alltag aber womöglich ein neues Problem. Deshalb klären wir vor der Entwicklung, wer später welche Inhalte pflegen soll. Wenn regelmäßige redaktionelle Arbeit vorgesehen ist, kann bei unseren Projekten Payload als Headless CMS angebunden werden. Dort lassen sich je nach Projekt unter anderem Texte, Bilder, Seiten, News, Cases, Mitarbeitende, Stellenangebote, Navigation und SEO-Daten pflegen. Wir setzen dabei auf vorbereitete Komponenten statt auf einen völlig freien Seitenbaukasten. Das gibt dem Redaktionsteam Spielraum, ohne dass bei jeder Inhaltsänderung gleichzeitig Design und Technik verändert werden.

Was KI verändert – und was dadurch wichtiger wird

Die Entwicklung wird schneller. Und genau deshalb verschiebt sich der Wert innerhalb eines Website-Projekts. Wenn die technische Umsetzung einer Seite weniger Zeit braucht, wird wichtiger, welche Seite überhaupt gebaut wird. Wenn Varianten schnell erstellt werden können, wird wichtiger, welche davon zur Marke passt. Wenn Code schneller geschrieben wird, wird wichtiger, wie geprüft wird, was davon live geht. Für uns ist das eine ziemlich positive Entwicklung. Wir müssen nicht an Arbeit festhalten, nur weil sie früher lange gedauert hat. Wenn KI uns bei Migration, Entwicklung, Tests oder Dokumentation Arbeit abnimmt, sollten wir sie nutzen. Die frei werdende Zeit gehört dann aber nicht automatisch der nächsten automatisch erzeugten Seite. Sie gehört den Fragen, bei denen Erfahrung weiterhin einen Unterschied macht: Was soll die Website erreichen? Was braucht ein Nutzer? Was kann weg? Welche Inhalte sind wirklich relevant? Wie bleibt das Ganze nach dem Launch beherrschbar?

Was wir vor dem Launch prüfen würden

BereichFrage vor dem Launch
StrategieIst klar, wen die Website überzeugen soll und wovon?
InhalteSind Aussagen, Bilder und Quellen korrekt und dürfen sie verwendet werden?
ResponsiveFunktioniert die Website auf Smartphone, Tablet und Desktop?
TechnikSind Build, Code, Formulare und Schnittstellen getestet?
SEOKönnen Suchmaschinen Seiten sinnvoll erfassen und einordnen?
Datenschutz & RechtPassen eingesetzte Dienste, Informationen und Consent zum konkreten Angebot?
BarrierefreiheitWelche Anforderungen gelten und wie zugänglich ist die Website?
BetriebGibt es Hosting, Backups, Updates und gegebenenfalls Monitoring?
PflegeKann das eigene Team normale Inhalte ändern?
WeiterentwicklungIst der Code versioniert, dokumentiert und von anderen Entwicklern übernehmbar?

Was bedeutet das für Agenturen?

Auch darauf gibt es aus unserer Sicht eine ziemlich klare Antwort: Ein Teil der bisherigen Arbeit wird weniger wertvoll. Dass jemand einen Entwurf in HTML überträgt, war lange eine aufwendige Leistung. Wenn KI diesen Prozess erheblich beschleunigt, kann man Kunden nicht einfach weiterhin dieselbe Anzahl an Entwicklungsstunden verkaufen und so tun, als hätte sich nichts verändert. Der Wert verschiebt sich. Zu verstehen, was ein Unternehmen braucht. Eine Markenstrategie in eine digitale Struktur zu übersetzen. Nutzerführung zu entwickeln. Bestehende Inhalte und SEO-Sichtbarkeit sinnvoll zu übernehmen. Einen belastbaren technischen Aufbau zu wählen. Die Umsetzung zu kontrollieren. Und zu entscheiden, wo Standardisierung endet und eine individuelle Lösung notwendig wird. Genau an diesen Stellen wollen wir bei CONCRETE sitzen. Die technische Entwicklung gehört weiterhin dazu. Sie muss nur nicht unnötig langsam sein.

Eine Website mit KI bauen? Unbedingt ausprobieren.

Vor ein paar Jahren hätte man für einen funktionierenden Website-Prototypen wahrscheinlich Design und Entwicklung gebraucht. Heute kann fast jeder in kurzer Zeit erleben, wie aus einer Idee eine echte Oberfläche wird. Das ist eine gute Entwicklung. Sie macht Webentwicklung zugänglicher, beschleunigt Projekte und nimmt Agenturen Arbeit ab, für die Kunden bisher viel Zeit bezahlen mussten. Man sollte nur nicht den Moment verwechseln, in dem die Website zum ersten Mal gut aussieht, mit dem Moment, in dem sie fertig ist. Bei einer Unternehmenswebsite gehören zur Veröffentlichung auch Strategie, Inhalte, Nutzerführung, technische Prüfung, SEO, Datenschutz, Zugänglichkeit, Betrieb und die Frage, wie das System später gepflegt und weiterentwickelt wird. Der Prompt baut heute erstaunlich schnell eine Website. Ob daraus eure Website wird, entscheidet das, was danach passiert.

Weiterführende Fragen

Nächster Schritt

Was braucht eure Website wirklich?

Das CONCRETE-Team im Gespräch

Bringt mit, was da ist. Wir klären gemeinsam, was bleiben kann und wo eine Veränderung sinnvoll ist.

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